Leitfaden für Kommunen und kommunale Betriebe
Welche urbane Datenplattform passt zu Ihrer Kommune?
Eine urbane Datenplattform führt Daten aus Sensoren, Fachsystemen und weiteren Quellen zusammen. Sie macht diese Daten für berechtigte Menschen und Anwendungen nutzbar. Ob sie Ihrer Kommune hilft, zeigt sich an einer konkreten Aufgabe: einer besseren Entscheidung, einem verlässlicheren Ablauf oder einem nachvollziehbaren Service.
Beginnen Sie mit einer Aufgabe, die heute Arbeit macht.
Eine Plattformentscheidung braucht einen fachlichen Auftrag. Wählen Sie mit der zuständigen Fachstelle einen Ablauf aus, bei dem Daten fehlen, doppelt erfasst werden oder zu spät ankommen. Halten Sie fest, wer die Informationen nutzt und welche Handlung daraus folgen soll. Eine gefüllte Karte allein verändert noch keinen Arbeitsablauf.
Auch die Entscheidungshilfen des BBSR stellen Ziele, Anwendungsfälle und die Mitwirkung der Kommune vor die Auswahl der Technik. [1]
Abfallentsorgung
Füllstände können helfen, notwendige Leerungen zu priorisieren. Prüfen Sie im Pilot, ob Disposition und Einsatzteams die Information rechtzeitig erhalten und tatsächlich nutzen.
Effiziente Müllentsorgungssteuerung ansehenStadtbäume
Bodenfeuchte kann Hinweise für die Bewässerung geben. Entscheidend sind die Messstelle, die fachliche Bewertung und ein Ablauf, in dem daraus ein Auftrag entsteht.
Bedarfsgerechte Baumbewässerung ansehenParkraum
Belegungsdaten können freie Stellplätze sichtbar machen. Legen Sie fest, ob der erste Nutzen in der Verkehrsplanung, im Betrieb oder in der Information der Öffentlichkeit liegen soll.
Parkraum besser nutzenSechs Fragen, die eine Plattform beantworten sollte
Bitten Sie Anbieter für dieselbe Aufgabe um dieselben Nachweise. Diese Prüfliste ist eine Arbeitshilfe für die fachliche und technische Bewertung. Die Gewichtung legen Sie gemeinsam mit Fachamt, IT und Projektverantwortlichen fest.
- Kann unser bestehender Datenbestand genutzt werden?
- Eine vollständige Beispieldatenstrecke mit Ihren Formaten: Quelle, Übertragung, Zeitstempel, Einheiten, Aktualisierungsintervall und Zielanwendung. Klären Sie, welche Anbindungen vorhanden sind und welche erst entwickelt werden müssen.
- Wer darf welche Daten sehen und verändern?
- Ein Berechtigungskonzept für Fachstellen, externe Partner und Öffentlichkeit. Lassen Sie einen eingeschränkten Zugang praktisch vorführen und klären Sie Verantwortlichkeiten, Löschung und dokumentierte Datenverarbeitung.
- Kommen wir später wieder an unsere Daten?
- Einen tatsächlich durchgeführten Export einschließlich Zeitreihen, Metadaten und vereinbarter Konfiguration. Dokumentieren Sie Formate, Schnittstellen, Fristen und Aufwand für einen Betreiberwechsel.
- Wer hält den Dienst im Alltag am Laufen?
- Benannte Zuständigkeiten für Sensorik, Funknetz, Plattform und Anwendung. Vergleichen Sie Supportzeiten, Reaktionsziele, Wiederherstellung und den Umgang mit fehlenden oder unplausiblen Messwerten.
- Was kann die Anwendung heute?
- Eine Vorführung des angebotenen Funktionsumfangs mit nachvollziehbarem Datenstand. Trennen Sie produktive Funktionen, Pilotfunktionen und geplante Erweiterungen im Angebot und in den Abnahmekriterien.
- Wie funktioniert der nächste Usecase?
- Eine nachvollziehbare Beschreibung, welche Daten, Rollen und Komponenten wiederverwendet werden können und welche zusätzlichen Kosten und Tätigkeiten entstehen. Lassen Sie den zweiten Usecase mitkalkulieren.
Was kostet eine urbane Datenplattform wirklich?
Eine monatliche Lizenz ist nur ein Teil des Budgets. Vergleichen Sie Angebote über denselben Zeitraum und mit derselben Anzahl von Standorten, Datenquellen und Anwendungen. Legen Sie gemeinsam fest, welche Leistungen enthalten sind und wer den internen Aufwand übernimmt. Ein niedriger Einstiegspreis lässt sich erst dann sinnvoll einordnen.
- Einführung
- Datenaufnahme und Bereinigung, Schnittstellen, Sensoren, Installation, Einrichtung, Schulung und fachliche Abnahme.
- Laufender Betrieb
- Lizenzen, Hosting, Funkkonnektivität, Support, Wartung und Batteriewechsel, Datenpflege sowie Arbeitszeit der Fachstellen.
- Ausbau und Wechsel
- Weitere Anwendungen, zusätzliche Datenmengen, neue Standorte, individuelle Anpassungen, Datenexport und Übergabe.
Bei urbanOS finden Sie veröffentlichte Paketpreise auf der Produktseite. Der konkrete Leistungsumfang und zusätzliche Projektleistungen gehören in Ihr Angebot.
urbanOS Pakete und Preise prüfenLegen Sie vor dem Pilot fest, was ein gutes Ergebnis ist.
Ein Pilot sollte eine Entscheidung ermöglichen. Notieren Sie den Ausgangszustand, die erwartete Veränderung und die verfügbare Messgrundlage. Vereinbaren Sie auch, wann ein Ergebnis noch nicht belastbar ist — etwa bei Sensorausfällen oder stark abweichenden Rahmenbedingungen.
Ausgangslage erfassen
Dokumentieren Sie den heutigen Ablauf, die eingesetzte Arbeitszeit und bekannte Datenlücken. Benennen Sie eine verantwortliche Fachstelle und die Personen, die mit dem Ergebnis arbeiten.
Einen Ablauf vollständig erproben
Testen Sie von der Datenerfassung bis zur tatsächlichen Handlung. Prüfen Sie auch einen fehlenden Messwert, einen unplausiblen Wert und eine Person ohne ausreichende Berechtigung.
Mit denselben Maßstäben entscheiden
Vergleichen Sie Datenqualität, Nutzung im Arbeitsalltag, Aufwand und Gesamtkosten mit der Ausgangslage. Dokumentieren Sie die Entscheidung: ausbauen, nachbessern oder beenden.
Beispiel Abfall: mögliche Kennzahlen sind Leerungsfahrten pro Behälter, dokumentierte Überfüllungen, Dispositionszeit und der Anteil verlässlicher Messwerte. Vergleichen Sie vergleichbare Zeiträume und Standorte; Saison, Veranstaltungen und veränderte Routen können das Ergebnis beeinflussen. Daraus folgt keine pauschale Einspargarantie.
So können Sie urbanOS konkret prüfen
urbanOS von dataMatters verbindet eine urbane Datenplattform mit Anwendungen für kommunale Aufgaben. Die Produktseite zeigt Dashboards, Karten, Widgets und Automatisierungen anhand von Produktansichten. Im Usecase-Katalog finden Sie die zugehörigen Aufgaben; auf den Detailseiten steht auch, wenn es sich um ein Konzept oder einen Pilotansatz handelt.

Für eine Referenzprüfung steht die Fallstudie zur Landesgartenschau 2026 in Neuss bereit. Sie beschreibt Projektumfang und eingesetzte Bausteine. Prüfen Sie bei jedem Referenzprojekt, welche Teile mit Ihrer Ausgangslage vergleichbar sind.
Fallstudie Neuss lesen (PDF)Häufige Fragen zur Auswahl
Ist eine urbane Datenplattform dasselbe wie ein Dashboard?
Ein Dashboard stellt Informationen dar. Die Datenplattform organisiert die darunterliegende Datenversorgung und den Zugriff auf die Daten. Für Ihre Entscheidung zählt die gesamte Strecke: Datenquelle, Datenqualität, Berechtigungen, Darstellung und die daraus folgende Handlung.
Müssen alle kommunalen Daten öffentlich sein?
Nein. Eine Plattform kann interne und veröffentlichte Daten bedienen. Legen Sie je Datensatz fest, wer ihn nutzen darf und für welchen Zweck. Ein öffentliches Dashboard bedeutet nicht, dass alle Rohdaten oder internen Informationen offen zugänglich sein müssen.
Brauchen wir sofort neue Sensoren?
Nicht zwingend. Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme vorhandener Datenquellen und prüfen Sie ihre Nutzbarkeit. Ob zusätzliche Sensoren erforderlich sind, hängt vom Usecase, der Abdeckung, der Messqualität und der nötigen Aktualität ab.
Ist Open Source automatisch der günstigste Weg?
Aus dem Lizenzmodell allein lässt sich der Gesamtaufwand nicht ableiten. Auch bei quelloffener Software benötigen Sie Einführung, Betrieb, Pflege und Zuständigkeiten. Vergleichen Sie die tatsächlich angebotenen Leistungen, den eigenen Personalaufwand und die Möglichkeiten eines späteren Wechsels.
Wie lange dauert die Einführung?
Das lässt sich erst mit Datenquellen, Leistungsumfang und Verantwortlichkeiten seriös festlegen. Eine vorhandene Anbindung mit einem klar abgegrenzten Usecase hat andere Voraussetzungen als mehrere Fachverfahren mit neuen Schnittstellen. Lassen Sie sich Abhängigkeiten und Abnahmeschritte im Projektplan zeigen.
Quellen und Einordnung
Dieser Leitfaden verbindet öffentliches kommunales Praxiswissen mit einer Prüfliste von dataMatters. Er stammt von einem Plattformanbieter. Die allgemeinen Auswahlfragen sind von den oben verlinkten urbanOS Produktinformationen getrennt.
